Misteln Fachvortrag

Misteln – ein Fachvortrag zur Biologie, Verbreitung und dem richtigen Schnitt zum Erhalt unserer Streuobstwiesen

Mittwoch, 26. November 2025 | 19-20:30 Uhr | Ingelfingen im Schwarzen Hof

Der Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis e.V. lädt am 26. November 2025 zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Kocher-Jagst e.V. und Kulturland Hohenlohe von 19-20.30 Uhr zu einem Fachvortrag zum Thema Misteln in Ingelfingen im Schwarzen Hof, Schloßstraße 8, ein. Der Vortrag des Experten Jens Häußler aus Esslingen richtet sich an alle Interessierten mit und ohne Vorwissen, Obstbaumbesitzer, Streuobstwiesenbewirtschafter, Landwirte und kommunale Mitarbeiter des Bauhofes, die mit Baumpflegearbeiten betreut sind. Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der zunehmende Mistelbefall auf vielen Obstbäumen im Hohenlohekreis stellt ein immer größer werdendes Problem dar. Jetzt, im ausgehenden Herbst und Winter, erkennt man die gelblich-grünen männlichen und dunkelgrünen weiblichen Mistelbüsche mit den weißen Beeren wieder gut in den Baumkronen. Vor allem Obstwiesen, die nicht mehr bewirtschaftet werden, sind von einem rasanten Mistelbefall betroffen. Die Misteln schwächen ihren Wirtsbaum und entziehen ihm Wasser und Nährstoffe über ihre tief ins Holz getriebenen Wurzeln. Langfristig haben Bäume mit starkem Mistelbefall keine Überlebenschance.

Aber nicht nur Apfelbäume sind betroffen, auch auf Weiden und Pappeln hauptsächlich entlang von Fluss- und Bachläufen, tritt häufig ein starker Mistelbefall auf. Vögel, die im Winter die Mistelbeeren als Nahrung nutzen, tragen über ihren Kot und durch herabfallende Beeren zur Ausbreitung der Mistel bei. In Regionen mit hohem Misteldruck sind zum Teil bereits Jungbäume befallen. Ganze Streuobstwiesen-Gebiete sind zunehmend in ihrem Erhalt bedroht, der Misteldruck greift auch auf angrenzende Gebiete über.

Die einzige Möglichkeit, die Streuobstwiesen langfristig zu erhalten, ist ein fachgerechtes Ausschneiden der Mistelbüsche bis ins gesunde Holz und ein regelmäßig durchgeführter Erhaltungsschnitt der Baumkronen. Misteln stehen nicht unter Naturschutz, sondern dürfen entfernt werden. Als Weihnachtsschmuck über der Haustüre finden sie vielerorts noch eine dekorative Verwendung. Auch soll ein Kuss unterm Mistelzweig alten Sagen nach Verliebten die ewige Liebe und Glück bringen. Nur für den Verkauf von Mistelzweigen ist eine Genehmigung der Naturschutzbehörde notwendig.

Der Obst- und Gartenbauverein Kocher-Jagst e.V. lädt außerdem zu einem Schnittkurs ein, bei dem sich gezielt der Entfernung von Misteln gewidmet wird. Der Kurs findet am Samstag, den 29. November 2025 von 9:00 bis 12:00 Uhr in Hermuthausen statt.  Der genaue Treffpunkt und alle Informationen zum Kurs sind auf der Homepage www.ogv-kocher-jagst.de zu finden.