Der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Hohenlohekreis beerntet ausgewählte, artenreiche Mähwiesen im Kocher- und Jagstal in Eigenregie. Das dabei gewonnene, gebietsheimische Saatgut steht zur Aufwertung von Verlustflächen sowie artenarmen Mähwiesen im Erhaltungszustand C zur Verfügung.
FFH-Mähwiesen im Erhaltungszustand C weisen häufig ein Defizit an charakteristischen Pflanzenarten auf. Studien zeigen, dass sich artenarme Wiesen ohne gezielte Maßnahmen nur sehr langsam regenerieren können – die natürliche Einwanderung von Arten kann mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass die früher weit verbreitete Wanderschäferei, die zur Samenverbreitung beigetragen hat, heute stark rückläufig ist. Zudem sind angrenzende Flächen vielfach ebenfalls artenarm, sodass kaum Ausbreitungsquellen vorhanden sind.
Die Aufwertung von Mähwiesen durch die Ansaat mit artenreichem, heimischem Saatgut erhöht die ökologische Stabilität des Grünlands und verbessert insbesondere dessen Widerstandsfähigkeit gegenüber langanhaltenden Trockenperioden oder Wetterextremen.

Mit dem Traktor werden in die Wiese Ansaatstreifen gefräst.
Über einen Zeitraum von 4 Wochen wird mehrmals die Bodenbearbeitung mit der Fräse durchgeführt.

Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass sich Flächen durch eine Streifenansaat im Herbst vegetationsökologisch vergleichsweise einfach aufwerten lassen. Die Flächen können bereits im Folgejahr wieder regulär bewirtschaftet werden, sodass für die Bewirtschafter nur ein geringer Ertragsausfall entsteht.
Der Arbeitsaufwand für die mehrmalige Bodenbearbeitung und die Ansaat wird in der Regel finanziell gefördert. Das Saatgut wird – abhängig von der Verfügbarkeit – kostenfrei bereitgestellt. Auch zur Wiederherstellung artenreicher Wiesen nach Schwarzwildschäden oder nach großflächigen Erstpflegemaßnahmen kann gegebenenfalls Saatgut zur Verfügung gestellt werden. Für die Ansaat von Schwarzwildschäden bekommen Sie in unserem Merkblatt Schwarzwild-Schäden im artenreichen Grünland mehr Infos.
Eine Anleitung für die Einsaat von FFH-Mähwiesen stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.
Die Ansaat sowie die weitere Bewirtschaftung der Flächen werden durch den LEV koordiniert und fachlich von einem Planungsbüro begleitet.
Bei Interesse oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des Landschaftserhaltungsverbandes.

Eine Wiese auf der man einen Streifen mit bunt blühenden Kräutern erkennt
Auf dieser Wiese kann man den eingesäten Streifen gut von der nicht bearbeiteten Fläche unterscheiden.