Trockenmauern und Weinbergstulpen

Jahrhundertelang wurde in den steilen Hanglagen von Kocher und Jagst sowie vielen ihrer Seitentäler Weinbau betrieben, stellenweise bis heute. Um die oftmals sehr steilen Hänge nutzbar zu machen, wurden in Handarbeit Trockenmauern angelegt. Noch bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts gehörte der Unterhalt dieser Trockenmauern zu den regelmäßigen Arbeiten der Weinbauern. Sie sind daher Zeugen jahrhundertelanger harter Arbeit und erzählen in vielen Gebieten Geschichten einer längst vergangenen Nutzung. Trockenmauern beleben und prägen die Kulturlandschaft und schaffen ästhetische und abwechslungsreiche Landschaftsstrukturen.

Für viele Tier- und Pflanzenarten stellen sie einen wertvollen Lebensraum dar. In den mörtelfreien Fugen und Spalten fühlen sich unter anderem Flechten, Edel-Gamander, Mauerpfeffer, Eidechsen, Wildbienen  und Gliederfüßer wohl.

Eine floristische Besonderheit in den Weinbergen sind die Geophyten, die jedes Frühjahr die Rebflächen in ein zart duftendes blau-gelbes Blütenmeer verzaubern. Von April bis Mai blühen hier die Wilde Tulpe und die Traubenhyazinthe.

Mithilfe von Landschaftspflegemaßnahmen werden Trockenmauern saniert oder wieder errichtet und eine tulpenfreundliche Bewirtschaftung gefördert.

Traubenhyazinthen

Weinbergstulpen Mauer