Exkursion des Landschaftserhaltungsverbandes
Im Oktober wurden Mitglieder, Vorstand und Fachbeiräte des Landschaftserhaltungsverbandes zu einer Exkursion auf einige Landschaftspflegeflächen eingeladen.

Der Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis e.V. (kurz: LEV) lud Vorstände, Mitglieder und Fachbeirat zu einer zweistündigen Rundtour nach Belsenberg ein mit dem Ziel, anhand praktischer Beispiele unterschiedliche Bewirtschaftungsformen zu erläutern und untereinander zu diskutieren. Der bedauerlicherweise zunehmende Rückzug des Weinbaus auf der Gemarkung hatte um 2010 die Stadt-und Ortschaftsverwaltung veranlasst, die Mitte der 1990er Jahre in Kocherstetten und Morsbach initiierte Landschaftspflege auch auf das Deubachtal auszuweiten. Noch um die Jahrtausendwende zeigten sich die rebenbestandenen Steinriegelhänge um Belsenberg in einem Zustand, welches Bild die gesamte Kocher- und Jagsttalhänge Ende des 19. Jahrhunderts dem damaligen Betrachter noch bot.

Am Österberg weiden nun seit mehreren Jahren Schafe und Ziegen auf den ehemals verbuschten Weinbergsbrachen und drängen so den alljährlich austreibenden Gehölzaufwuchs schon deutlich zurück. Der landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetrieb von Dieter Haag aus Forchtenberg koppelt mehrere Herden im Kochertal zwischen Ernsbach und Belsenberg und sorgt dafür, dass auf den Weiden die Artenvielfalt an seltenen Pflanzen und Tieren wieder deutlich zunimmt. Hier tummeln sich bekannte oder weniger bekannte Wesen: Wiesensalbei, Wilder Majoran, Zauneidechse, Schachbrettfalter aber auch der Rauhe Eibisch, die Rotflüglige Ödlandschrecke oder die Große Keulhornbiene.

Gerade für eine ganze Zahl an äußerst seltenen Wildbienenarten gibt es am Österberg eine besondere Delikatesse: Der Edel-Gamander stellt die einzige Pflanze auf dem Speiseplan dieser Solitärbienen dar. Dieser wächst an einer steilen Wegböschung, doch dichter Gehölzaufwuchs bedrängt diese Rarität. Hier demonstrierte der Landschaftspflegebetrieb (eher bekannt als Zebu-) Wunderlich aus Dörzbach, wie mit einem Schlegelmulchgerät recht kostengünstig und vorallem effektiv Artenschutz betrieben werden kann.

Die Teilnehmer staunten nicht schlecht als zum Abschluss Familie Haag überzeugend vorführte, wie mittels neuester, hangtauglicher Technik die Weidereste nachgemäht werden, ob als handgeführtes oder wahlweise ferngesteuertes Mähgerät. Den Teilnehmern wurde deutlich vor Augen geführt, dass in der Landschaftspflege ein schlagkräftiger Maschinenpark mit einem ausgeprägten Idealismus der Landwirte gepaart sein muss.

Teucrium chamaedrys

Schachbrett

Brielmaier